Kandidatenvorauswahl trefen mit Connectoor

Kandidatenauswahl

Die Vorauswahl

Im Idealfall sollte es unter den eingegangenen Bewerbungen nur wenige geben, die nicht auf die ausgeschriebene Stelle passen. Der Grund dafür ist, dass bereits eine Selbstselektion durch das Stellenprofil stattgefunden hat oder durch die Direktansprache nur passende Kandidaten angesprochen wurden. Allerdings können Bewerber häufig ausreichend abschätzen, ob sie die Anforderungen erfüllen.

Bei der Direktansprache liegen meist nur einzelne Informationen aus dem Lebenslauf vor (z.B. in Profilen von sozialen Netzwerken) und erst durch den vollständigen Lebenslauf kann geurteilt werden, ob die Person weiterhin für die Stelle geeignet ist und zu weiteren Auswahlverfahren eingeladen werden sollte.

Ziel der Vorauswahl (und jeder Auswahl) ist es also immer, geeignete Kandidaten so gut wie möglich zu erkennen und ungeeignete auszufiltern. Werden eigentlich passende Kandidaten schon am Anfang aussortiert, ist dies unwiderruflich. Gleichzeitig sollten nur mit vielversprechenden Kandidaten weitere Auswahlschritte durchgeführt werden,  da diese mit Fortschreiten des Auswahlprozesses für beide Seiten immer aufwendiger werden. Häufig wird die Vorauswahl intuitiv und wenig regelgeleitet durchgeführt, was das beschriebene Prinzip gefährdet. Dabei helfen ein paar einfache Regeln, die Vorauswahl besser zu strukturieren und gültigere Entscheidungen zu treffen.

Tipp:
Nach der Endauswahl können die Bewerbungsunterlagen noch einmal durchgegangen werden: Welche Kandidaten haben sich doch nicht als geeignet erwiesen? Welche Merkmale wurden in den Unterlagen übersehen? Das trainiert!

Aus Bewerbungsunterlagen können einige eignungsrelevante Informationen herausgezogen werden. Diese sind zum Teil unabhängig verfasst und objektiv (z.B. Studienfach, Zeugnisse) und zum anderen Teil vom Bewerber selbst verfasst und damit nicht immer korrekt (z.B. übertriebene Selbsteinschätzung im Motivationsschreiben). Gleichzeitig sind viele Merkmale nicht aus den Bewerbungsunterlagen abzulesen und können erst in weiteren Auswahlverfahren beurteilt werden (z.B. konkretes Verhalten in einer Situation, Persönlichkeit).

Die folgenden Punkte der Bewerbungsunterlagen geben Aufschluss über bestimmte eignungsrelevante Merkmale und sollten besonders beachtet werden. Einige geben dabei direkt Aufschluss über das eignungsrelevante Merkmal (z.B. Qualifikationen), andere indirekt (z.B. kann durch die ausgeübten Tätigkeiten darauf geschlossen werden, über welche Kompetenzen der Arbeitnehmer verfügt).

Lebenslauf

Formal:
  • Formale Korrektheit (Rechtschreibung, Layout) → Gewissenhaftigkeit
  • Schwerpunktlegung und Gliederung → Komplexes einfach darstellen
  • Lücken im Lebenslauf → Potentielle Schwachstellen
  • Übereinstimmung von Lebenslauf und Referenzen → Gewissenhaftigkeit, Ehrlichkeit
Ausbildung und Weiterbildung:
  • Fachgebiet → Konkrete Qualifikation, fachliche Kompetenzen, Interessen
  • Noten in Studium und Ausbildung → Fachliche Kompetenzen, Intelligenz, Disziplin
  • Abbrüche von Studium und Ausbildung → Geringes Durchhaltevermögen oder Bewusstmachung von eigenen Interessen (muss also nicht negativ sein!)
  • Schwerpunkte in Studium und Ausbildung → Fachliche Kompetenzen
  • Weiterbildungen → Fachliche Kompetenzen, Motivation, berufliche Interessen
Berufserfahrung (bzw. Praktikumserfahrung):
  • Jobtitel der vorherigen Jobs → Fachliche Kompetenzen, berufliche Interessen
  • Tätigkeiten → Fachliche Kompetenzen
  • Branchen der vorherigen Jobs →  Branchenkenntnisse
  • Positionen in vorherigen Jobs → Führungserfahrung, Verantwortung
  • Zeitliche Länge und inhaltliche Kontinuität der bisherigen Jobs → Sprunghaftigkeit (wenn Jobs unbefristet waren), kann aber auch auf vielseitige Interessen und Kenntnisse hindeuten oder persönliche Ereignisse im Leben, somit nicht immer negativ zu bewerten!
Sprachen und sonstige Qualifikationen und Kenntnisse
  • Sprachen
  • Sonstige konkrete Qualifikationen und fachliche, personale und soziale Kompetenzen (häufig nicht angegeben)
Weitere Bereiche: 
  • Ehrenamtliche Tätigkeiten → Engagement, Motivation, soziale Kompetenzen
  • Interessen →Vielseitigkeit, Motivation
  • Auslandsaufenthalte →  Sprachen, Offenheit für neue Erfahrungen, Zielstrebigkeit, interkulturelle Kompetenz
  • Stipendien, Wettbewerbe etc. → Fachliche und soziale Kompetenzen, Zielstrebigkeit, Intelligenz

Bewerbungs- / Motivationsschreiben

Formal:
  • Formale Korrektheit (Rechtschreibung, Layout, richtiger Empfänger) → Gewissenhaftigkeit
  • Sprachstil → schriftliche Ausdrucksfähigkeit
  • Schwerpunktlegung und Gliederung → Komplexes einfach darstellen, Fähigkeit zu Strukturieren und Prioritäten zu setzen
Inhaltlich:
  • Begründung der Motivation an Stelle und Unternehmen → Neigungen, Interessen, spätere Motivation und Persistenz im Beruf, Kenntnisse über Stelle und Unternehmen
  • Selbsteinschätzung der Eignung → Fachliche, personale und soziale Kompetenzen, konkrete Qualifikationen
  • Zusätzliche Informationen zu Lebenslauf (z.B. Erklärungen für Stellenwechsel, Studienwahl etc.) → Neigungen, bessere Einschätzung der anderen Angaben in Bewerbungsunterlagen
  • Organisatorisches (Eintrittstermin, Gehaltsvorstellungen etc.) → Potentielle Passung

Referenzen

Hochschul- bzw. Ausbildungszeugnisse:
  • Fachgebiet → Konkrete Qualifikation, fachliche Kompetenzen, Interessen
  • Einzelne Fächer → Fachliche Kompetenzen, Interesse
  • Noten/ Bewertung →Fachliche Kompetenzen, Intelligenz, Disziplin
  • Länge des Studiums/ Ausbildung → Disziplin, Arbeitsmotivation (Achtung, immer in Zusammenhang mit außerfachlichen Interessen, Auslandserfahrung etc. betrachten!)
Arbeitszeugnisse:
  • Tätigkeiten im Job → Fachliche Kompetenzen
  • Bewertungen → Fachliche Kompetenzen, Disziplin, Engagement, personale und soziale Kompetenzen (Achtung: Bewertungen in Arbeitszeugnissen haben kaum Aussagekraft! Diese sollten wenig beachtet werden.)

 

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