Flaggen der Welt

Was spricht Europa?

Viele Urlauber werden es längst festgestellt haben: Die Fremdsprachenkenntnisse in Europa unterscheiden sich von Land zu Land. Es geht nach Italien, Frankreich, Großbritannien, kreuz und quer durch Europa und überall werden unterschiedliche Sprachen beherrscht. Doch was lernt man in Europa überhaupt? SPIEGEL ONLINE hat sich hierzu ein paar Gedanken gemacht.

In Frankreich zum Beispiel lernen 37 Prozent der Schüler Spanisch und nur 14 Prozent entscheiden sich dafür Deutsch zu lernen. Hingegen sich fast ein Viertel der Deutschen Mittelstufenschüler für den Französischunterricht entscheidet. Verwundern tut es kaum, dass Englisch in den europäischen Klassenzimmern dominiert. Doch wonach wird eigentlich entschieden, welche Sprachen auf den weiterführenden Schulen angeboten werden? Sprachexpertin Heike Uhlig vom Goethe- Institut sagt, dass dies eine pragmatische Entscheidung sei. Man müsse abwegen, wie nützlich eine Sprache sei und wie hoch der Aufwand sie zu erlernen. Natürlich sind Sprachen aus wirtschaftlich florierenden Ländern beliebter als die von Krisenstaaten. Am liebsten werden natürlich Sprachen gewählt, die der eigenen ähnlich sind.

Das Deutsche ist vor allem in Osteuropa sehr beliebt. Das liegt laut Uhlig daran, dass „zur Zeit des Kalten Krieges in vielen Staaten neben Russisch die Sprache des ´sozialistischen Bruderstaates´, der DDR, gerlernt wurde.“ Die Nachwirkungen sind also bis heute spürbar. Auch interessant ist, dass viele griechische Schüler Deutsch lernen. Dies ist ebenfalls auf die Geschichte zurückzuführen, da der erste griechische König Otto von Bayern war, welcher selbstverständlich seine Muttersprache nach Südosteuropa mitnahm. Zudem kamen nach dem Zweiten Weltkrieg viele Gastarbeiter nach Deutschland.

Das Russische hingegen spielt in den Schulen Europas eine eher geringere Rolle. Nur im Baltikum wird russisch gelernt, da dort viele russische Minderheiten leben. Auch das Spanische ist in Europa sehr beliebt, jedoch in Ländern wie Schweden und Norwegen besonders.