Gastbeitrag: Arbeitgebervorteile als Alleinstellungsmerkmal nutzen

Mitarbeiter-Benefits, die wirklich wirken.

“Wir bieten Ihnen einen kostenlosen Obstkorb.”

Kommt Ihnen dieser Benefit bekannt vor oder haben Sie ihn vielleicht selbst schon einmal in Ihren Stellenanzeigen aufgeführt?
Dann haben wir eine gute und eine schlechte Nachricht für Sie: Die Gute ist, dass dies die Mitarbeiterbindung und Produktivität tatsächlich fördert laut dieser Studie.

Die schlechte Nachricht ist, dass man mit diesem Vorteil überall, nur nicht in der Stellenanzeige glänzt. Warum? Weil Ihr Unternehmen in der Stellenanzeige in nur wenigen Zeilen überzeugen muss, und dieser Benefit dort einfach “mickrig” wirkt.

Verschwenden Sie diesen wertvollen Platz daher nicht mit Vorteilen, die auf Bewerbende fragwürdig oder sogar negativ wirken können. Fragen Sie sich lieber: Was wollen Ihre Kandidaten wirklich? Was macht Ihr Unternehmen zum attraktiven Arbeitsplatz? Mit welchen Mitarbeitervorteilen können Sie punkten und welche schrecken eher ab? Antworten auf diese Fragen und ganz konkrete Beispielformulierungen für Ihre Stellenanzeige und Karrierewebsite erhalten Sie in diesem Beitrag.

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Mitarbeitende sitzen arbeitend im Büro an ihren Computern.

Wie Ihr Unternehmen zur positiven Arbeitgebermarke wird

Heutzutage bewerben sich Unternehmen bei den Mitarbeitenden, denn Fachkräfte sind umkämpft! Daher müssen Sie als Unternehmen auch in der Stellenanzeige mehr bieten, statt nur zu fordern: “Sie bringen mit…”. Und genau hier kommt die Arbeitgebermarke ins Spiel, denn sie ist für Bewerber ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung für oder gegen ein Unternehmen. 

Was ist die Arbeitgebermarke? Sie besteht im Wesentlichen daraus, wofür das Unternehmen bei den Leuten bekannt ist, und das sind vor allem die Vorteile, die Mitarbeiter dort haben: Dazu gehört ein gutes Gehalt, eine wertschätzende Unternehmenskultur, flexible Arbeitszeiten, vom Unternehmen bezahlte Gesundheitsleistungen und so weiter. Kurz: Ein Unternehmen mit positiver Arbeitgebermarke wird als attraktiver Arbeitsplatz wahrgenommen.

Ein Beispiel: Das Unternehmen Mustermann wird als guter Arbeitgeber wahrgenommen, weil es ein ordentliches Gehalt und ein dreizehntes Monatsgehalt zahlt; weil die Mitarbeiter morgens starten können, wann sie wollen; weil durch ein gutes Management kaum Überstunden anfallen und weil es dank einer Versicherung 500 € Zuzahlung gibt, wenn die Brille kaputtgeht. Bei diesem Unternehmen sagen die Leute: “Bewirb dich da mal, die sind gut!”. Bedauerlich nur, dass in vielen Stellenanzeigen diese Vorteile oft gar nicht erwähnt werden oder noch gravierender: Es werden “Benefits” aufgezählt, die sogar abschreckend wirken.  

Dabei sind es vor allem Ihre Arbeitgebervorteile, die Sie einzigartig und persönlich machen und von der Konkurrenz abheben. Anders gesagt: Ihre Benefits sind Ihr Alleinstellungsmerkmal!

Kommunizieren Sie diese daher treffend, um sich klar am Arbeitsmarkt zu positionieren und genau die Bewerber anzuziehen, die ideal zum Unternehmen passen.

Mitarbeitende im Team sitzen bei einem Meeting zusammen und lachen.

Arbeitgeberattraktivität durch Benefits steigern – Was Mitarbeiter wirklich wollen

Denken wir noch einmal an den “Obstkorb”: Was glauben Sie, schlussfolgert ein Bewerber, wenn er in der Stellenanzeige liest: “Es gibt kostenloses Obst, Kaffee und Wasser am Arbeitsplatz”? So mancher denkt dabei: “Also, wenn eine Banane schon ein Argument ist, dann haben die nicht viel zu bieten und zahlen bestimmt auch schlecht…”. Ganz überspitzt hat es ein User auf Reddit mal so formuliert: “Wir haben sonst absolut nichts zu bieten, stellen aber alle paar Monate mal gammelige Äpfel hin, die du dann mit Kaffee aus unserer gemieteten Maschine runterspülen kannst, während du unbezahlte Überstunden machst”...

In der Stellenanzeige sollten Sie besser nur Vorteile erwähnen, die wirklich relevant sind für Mitarbeiter! Dazu gehört natürlich ein faires Gehalt. Doch selbst das reicht als Argument nicht aus, um die Mühen einer Bewerbung auf sich zu nehmen. Insbesondere, wenn es sich um Branchen handelt, bei denen der Bewerber sich den Job aussuchen kann, wie IT, Pflege oder Handwerk.

Ein Verkehrsschild mit der Aufschrift - Falsche Richtung

Welche Mitarbeitervorteile Sie in Stellenanzeigen vermeiden sollten:

Es gibt eine ganze Reihe von vermeintlichen Mitarbeitervorteilen, mit denen sie bei Bewerbern nicht punkten, da sie entweder selbstverständlich, viel zu unkonkret oder nicht wirklich überzeugend sind. Dazu gehören z.B.:

  • Pünktliche Zahlung des Gehalts:
    Ja, das steht tatsächlich in vielen Stellenanzeigen! Das sollte eine Selbstverständlichkeit sein - warum wird das extra erwähnt?
  • Work hard, play hard:
    Da klingen bei manchen Bewerbern die Alarmglocken, nach dem Motto: Du machst dann in deinem Leben nichts anderes mehr als arbeiten…!
  • Familiäres Arbeitsklima:

Da denken sich viele Interessenten: Danke, aber ich habe Familie zu Hause! Meistens heißt das nämlich nur, dass es keine geregelten Prozesse gibt. Und das muss man mögen.

  • Regelmäßige Firmenfeiern mit der gesamten Belegschaft:
    Klingt eigentlich ganz nett, aber gehört auch nicht in die Stellenanzeige bzw. nur dann, wenn es außergewöhnliche Events sind. Zumal es so manchem eher graust vor solchen “Zwangsveranstaltungen” mit stundenlangen Reden der Geschäftsführung.
  • Spannende Herausforderungen:
    Gern wird das von Kandidaten auch mal so ausgelegt: Die Aufgabe ist praktisch unlösbar und ich darf das alleine machen…

Sie sehen: Es gibt “Vorteile”, die wenig aussagen oder im schlimmsten Fall sogar negativ interpretiert werden können. Als Unternehmen empfiehlt es sich daher, diese Formulierungen ganz zu vermeiden oder so zu präzisieren, dass sie einen echten Benefit aufzeigen - für wirklich treffende und positive Aussagen.

Wir könnten die Liste der No-Gos endlos weiterschreiben. Aber viel spannender ist doch die Frage: Welche Mitarbeitervorteile machen Job und Arbeitgeber wirklich attraktiv?

Ein Fragezeichen mit Icons zum Thema Benefits und Optimierung

Welche Mitarbeitervorteile in Stellenanzeigen überzeugen:

Diese Arbeitgebervorteile sind Mitarbeitern wirklich wichtig:

  • Flexible Arbeitszeiten
    Sie erhöhen nachweislich die Zufriedenheit, Motivation und Eigenverantwortung der Mitarbeiter, was sich positiv auf das Arbeitsergebnis auswirkt. Die Menschen fühlen sich weniger gestresst und ihre Motivation, zur Arbeit zu gehen, steigt deutlich.
  • Die Möglichkeit auf Teilzeit:
    Eine gesunde Work-Life-Balance wird Mitarbeitern immer wichtiger. Teilzeit-Jobs erlauben u.a. mehr Zeit für Familie, Hobbies, ein nebenberufliches Studium usw.
  • Vereinbarkeit von Familie & Beruf (wenige Überstunden)
    Je ausgeglichener das Verhältnis zwischen Beruf und Freizeit, desto glücklicher und produktiver sind die Mitarbeiter. Die vorhandene Arbeitszeit wird effektiver genutzt, Fehlzeiten sinken und die Mitarbeiterbindung wird gestärkt.
  • HomeOffice
    Das ist Mitarbeitern immer wichtiger, nicht nur in Pandemiezeiten. Zeitraubende Dienstwege werden eingespart. Die Umwelt wird durch weniger Verkehr geschont.
  • Betriebliche Krankenzusatzversicherung (ggf. ohne Gesundheitsprüfung)
    Zum Beispiel mit Leistungen wie Krankentagegeld, Krankenzusatzversicherung für Reisen, Zahnzusatzversicherung etc.
  • Monatlich bis zu 50 € steuerfreier Sachbezug
    Zum Beispiel ein Tankgutschein oder auch Einkaufsgutscheine:  Das ist praktisch, kommt bei jedem gut an und erreicht den Mitarbeiter direkt ohne Abzüge.
  • Zuschuss zur Kinderbetreuung / betriebliche Kinderbetreuung
    Gerade für Arbeitnehmer mit Familie ist das ein wertvoller Bonus.
  • Zuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge
    Hier wird die Bindung zum Mitarbeiter gestärkt durch beispielsweise höhere Beiträge bei längerer Betriebszugehörigkeit. Dies geht übrigens auch über nachhaltige Investments wie z.B. über Fibur.

Die Benefits der zweiten Reihe:

Sie sehen: Diese Benefits sind bares Geld wert. Ganz anders als die Banane im Obstkorb, die im Supermarkt vielleicht 20 Cent am Tag kostet. Kein Vergleich!

Es gibt auch Benefits der “zweiten Reihe”. Diese sind nicht das Erste, woran man denkt, aber sie können für manche Kandidaten wichtig sein. Dazu zählt z.B.:

  • Parkplätze direkt vor der Tür
    Spart Zeit, Nerven & Geld im Alltag: Niemand möchte jeden Tag ein teures Parkhaus bezahlen oder auf nervige Parkplatzsuche gehen, um dann womöglich hunderte von Metern zur Arbeitsstelle zu laufen.
  • Du kannst deinen Hund mit ins Büro bringen
    Für Hundebesitzer kann das ein absolutes Argument sein, sich für diesen Arbeitgeber zu entscheiden.
  • Premium-Werkzeuge, die du für deinen Einsatz zu Hause kostenlos ausleihen darfst (z.B. für Menschen, die im Handwerk arbeiten)
    Gutes Werkzeug ist teuer. Daher ist dieser Benefit ein absolutes Plus für Menschen, die auch in ihrer Freizeit gerne handwerklich tätig sind.
  • Zuschuss zum Führerschein für Auszubildende
    Gerade Azubis haben oft wenig Geld. Beteiligt sich der Arbeitgeber an den Kosten für den Führerschein, um ihnen mehr Mobilität zu ermöglichen, ist das eine Win-win-Situation für beide Seiten, die auch die Mitarbeiterbindung erhöht.
  • Zuschuss zum Umzug
    Fachkräfte kommen nicht zwingend aus der Region. Daher kann es ein zusätzlicher Anreiz sein, sich als Arbeitgeber an den nicht unerheblichen Kosten für einen Umzug zu beteiligen. Eine wertschätzende Geste, die die Mitarbeiterbindung stärkt.

Es sind Vorteile wie diese, mit denen Sie sich in Zeiten des Fachkräftemangels und Bewerbermarkts einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschaffen. Dazu müssen diese Vorteile aber auch entsprechend gut und klar formuliert sein. Aber wie?

Benefits Beispielformulierungen für Ihre Stellenanzeige und Karrierewebsite

Hier finden Sie einige Beispielformulierungen von Mitarbeitervorteilen: 

Für Ihre Karrierewebsite:

  • Bring Deinen Hund einfach mit ins Büro und sorge Dich nicht um dessen Betreuung.
  • Jeder neue Mitarbeiter wird von einem Mentor begleitet. Als fester Ansprechpartner ist dieser während der gesamten Einarbeitung erreichbar und hilft bei Fragen weiter.
  • Zeit für die Familie ist für uns als Arbeitgeber eine Herzensangelegenheit: Durch unsere flexiblen Arbeitszeiten und Gleitzeit ist die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit noch leichter.

Für Ihre Stellenanzeige:

  • Tischkicker im Büro für spaßige Pausen und Auszeiten von der Arbeit.
  • Mit Premium-Werkzeugen von Hilti geht die Arbeit leichter von der Hand und macht mehr Spaß.
  • Großes Angebot an kostenlosen Fitness- & Bewegungsprogrammen z.B. Rückenschule, Lauftraining, kostenlose Massagen.

Fazit: Mehr Bewerber und weniger Kosten durch klare Arbeitgebermarke mit überzeugenden Benefits

Stellenanzeigen mit attraktiven Mitarbeitervorteilen und positiver Arbeitgebermarke erhöhen die Zahl qualifizierter Bewerbungen. Das spart gleich doppelt Zeit und Geld: Sie müssen weniger Anzeigen schalten und können teure Personalvermittler einsparen. Zudem erhalten Sie keinen Schwall mehr an 08/15 - Bewerbungen (weil Sie keine 08/15 Stellenanzeigen mehr schreiben!), sondern vielmehr passgenaue Bewerbungen, was auch im Recruiting Zeit und Kosten spart.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Ihr Unternehmen zu einer richtigen Arbeitgebermarke wird, dann können diese zwei Folgen aus dem Personalmarketing Podcast unseres Partners Fibur interessant für Sie sein:

Das Connectoor Team berät Ihre Mitarbeiter gern zum Thema Mitarbeiterbindung und Benefits

Arbeitgeberbenefits

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